Freitag, 20. April 2012

Nationalpark Lauca

 Oh mann, es wars wert hier hoch zu fahren :)
Die letzten Tage hab ich im Nationalpark Lauca verbracht. Gemeinsam mit Manuela (Schweizerin) und Bram (Belgier) sind wir in der Frueh losgetuckert und ich war ehrlich gesagt nicht ganz sicher ob der Bus es schaffen wird 3500 Hoehenmeter in 3h zu fahren, aber er hats geschafft :) Ab etwa 2500-3000m hat man schon gemerkt dass man ganz schoen hoch oben sind und das Atmen im Bus wurde schon etwas schwerer, aber gottseidank wurde mir weder schlecht noch hatte ich starkes Kopfweh, was einem jeder prophezeit hat. Wir hatten aber auch Mate de Coca zum Fruehstueck, also Coca-Tee und ob es jetzt ein Maerchen ist oder nicht, mir hats geholfen :)
In Putre angekommen haben wir uns ein huebsches Hotel gesucht und ein eigenes Haeuschen bekommen!

Ein Luxus :) Eigentlich hatten wir ueberlegt nach Parinacota zu fahren, aber dahin gibts einfach keinen oeffentlichen Transport und am naechsten Tag hab ich dann verstanden wieso ;)
Da ich noch immer ein wenig kurzatmig unterwegs war haben wir uns in das einzige Cafe im Ort gesetzt und nochmal einen Coca-Tee nachgeschoben :)

 Frisch gestaerkt haben wir uns dann nach Touren erkundigt und einem wirklich herzigen Kerl getroffen der uns eine Tour nach unserem Geschmak fuer relativ wenig Geld angeboten hat, also haben wir zugeschlagen und die Parinacota-Traeume wieder begraben. Eigentlich gehen auch von Putre aus einige Wanderwege, aber da sie nicht beschildert sind braucht man einen Guide der einen da herumlotst. Da wir aber trotzdem ein wenig herumstreunen wollten haben wir das Risiko auf uns genommen und sind einfach los :) Da man aber eh nicht schnell vorankommt weil man soviel schnaufen muss haben wir gar nicht die Moeglichkeit gehabt uns zu verirren ;) Ein suesses Hundi vom Hotel (Balu) hat uns die ganze Zeit begleitet und hat brav fuer diverse Fotos posiert.

Am naechsten Morgen haben wir uns frueh auf den Weg gemacht. Unser Guide war wirklich ein absolut guter Kerl, und hat uns (in verstaendlichem Spanisch) superviel erzaehlt und Ruecksicht auf uns "Flachlaendler" genommen, ist nicht zu schnell gefahren und jedesmal stehen geblieben wenn einer von uns was cooles gesehen hat. :) Zuerst haben wir nur die "kleinen" Berge zu Gesicht bekommen (etwa 5500m hoch!) und sind kleinen Hasen/Kaenguruh-aehnlichen Tierchen (Viscachas) nachgelaufen bis wir dann eine Unmenge an Llamas, Alpakas, Guanakos und Vicuñas gesichtet haben!

Anfangs waren wir superhapy als wir nur ein oder zwei Tiere gesehen haben und nach einer Zeit mussten es schon Herden sein damit sie mit aufs Foto durften ;) Glueck gehabt haben wir auch noch Flamingos sehen zu koennen, weil die anscheinend nicht oft zu sehen sind, besonders nicht in dieser Jahreszeit weils denen eigentlich zu kalt ist und sie nur weiter nach Norden wollen und halt auch hierdurch muessen!

Und ich versteh vollkommen warums denen zu kalt ist, auf 4500m ist die Sonne zwar wirklich stark, aber so richtig warm wird einem trotzdem nicht. Das Klima ist wirklich faszinierend und die Leute die dort wohnen auch! Ein weiterer Stop war ein See, Lago Chungara, der halt echt frisch war, da sind nichtmal viele Voegel drin, mit den "hohen" Bergen und Vulkanen (etwa 6500m hoch) im Hintergrund...einfach wunderschoen!

Die Vulkane dort sind nicht aktiv, es gibt nur noch einen, aber der ist weiter suedlich im Nationalpark. Trotzdem gibts immer wieder heisse Quellen, die den dortigen Bewohnern besonders im Winter sehr dienlich sind!
Einen kurzen Abstecher haben wir dann auch nach Parinacota gemacht. Absolut cool, total untouristisch und wirklich nicht gross! Es wohnen etwa 4 Familien dort, dann gibts eine Kirche, die die meiste Zeit zugesperrt ist weil die Verantwortliche nicht oft in Parinacota weilt, eine Schule, wo die Kinder aller Altersstufen einfach gemeinsam unterrichtet werden (zurzeit sinds 8 Kinder) und ein kleines Cafe, das auch nur wegen uns aufgemacht hat! Also echt nicht viel, aber absolut genug um uns einen Eindruck des dortigen Lebens zu vermitteln!

Und ein jeder der dorthin will muss entweder eine Tour buchen, oder gut Freund mit der Polizei in Putre sein, weil die auch manchmal solche Transportdienste erledigen. Da wir die dortige Polizei noch nicht so gut gekannt haben um sie um einen Transport zu bitten haben wir halt dann die Tour genommen und ich bin absolut froh darueber :)
Am Heimweg sind wir noch bei einem Thermalbad stehengeblieben, also so eine heisse Quelle, die mehrere Becken befuellt hat. Man konnte zwischen Wasser- und Schlammloechern waehlen, echt witzig und voll entspannend nachdem wir den ganzen Tag ueber mit Eindruecken fast erschlagen wurden. :) Einer der schoensten Tage meiner bisherigen Reise!!

Und eigentlich hatte ich geplant von Putre aus direkt nach Bolivien zu fahren, weils schon auf halber Strecke von Arica nach Bolivien liegt. Aber da wurde mir ein Strich durch die Rechnung gemacht. Die Grenze wurde voruebergehend geschlossen, aufgrund von Streiks auf der bolivianischen Seite. Arica (Chile) ist ein wichtiger Hafen fuer Bolivien, da kriegen die das ganze Zeugs von China usw her! Und da sie iwie die illegalen Transporte bzw Transporte von Uebersee begrenzen wollen und aus noch vielen anderen Gruenden, wie ich vermute, haben sie halt einfach mal dichtgemacht! Und da keiner weiss wie lange der Streik andauert musste ich wieder zurueck nach Arica und mir einen neuen Plan ausdenken. Der neue Plan lautet, zurueck nach San Pedro und von dort aus mit einer Touri-Tour nach Bolivien! Ist zwar schweineteuer, aber ich bin sicher auch sehr schoen, also was solls :) Die Alternative waere gewesen ueber Peru nach Bolivien einzureisen, aber das sind mehrere Tage die ich da im Bus versitz und verlier, also gut, San Pedro war schoen, fahrma halt zurueck :)


Sonntag, 15. April 2012

Strand und Sonne :)

Die letzten Tage hab ich in Iquique und Arica verbracht. Als ich in Iquique angekommen bin hab ich mich erst nicht wirklich wohlgefuehlt. Voll Elan und Motivation wollt ich mich in neue Abenteuer stuerzen, aber, siehe da, es gibt keine Abenteuer in Iquique! Ich war ein wenig enttaeuscht und unglaeubig dass man wirklich nichts machen kann, ausser am Strand herumliegen und surfen, bzw.sandboarden (wie snowboarden, nur halt im Sand). Nach weiterem herumfragen haben sie noch eine Geisterstadt in der Naehe herausgekramt, also bin ich dorthin :)
Humberstone ist eine alte, verlassene Minenstadt und seit einigen Jahren auch Weltkulturerbe. Frueher wurde hier Iod und Salpeter gefoerdert, doch heute wohnt wirklich keiner mehr in den verfallenen Haeusern mitten in der Wueste.Es war echt interessant, etwas gruselig, aber mit vielen Ausstellungsraeumen und Erklaerungen. Da es aber etwas heiss war bin ich nicht allzu lang dort geblieben, sondern bin bald wieder zurueck nach Iquique. Die Stadt an sich war nett, aber keineswegs berauschend. Zumindest das Hostel war echt nett und ich hab eine wirklich liebe Deutsche kennengelernt mit der ich die naechsten Tage herumgehangen bin und ausgiebig gefaulenzt hab :) Aber eins hab ich dann schon noch probiert: das sandboarden :) Superwitzig und echt nicht so schwer! Man muss sich halt nur eine gute Duene suchen und das Snowboard anschnallen und ab geht die Post! :) Es wird schon ganz schoen schnell wenn man das Board gut wachst, aber ich bezweifle dass man sich wirklich arg weh tun kann. Obwohl ich einen riesen blauen Fleck am Hintern davongetragen hab ;) Man hat halt danach wirklich ueberall Sand!
Am Abend dann sind wir noch zusammen mit einem Schweizer und ein paar Chilenen zu einem Reggae-Konzert in der Universitaets-Sporthalle gegangen (zum bersten voll..mit einer Marihuanawolke dass man schon vom atmen high wird..). War cool und wir sind bis etwa 7 in der Frueh unterwegs gewesen. Den naechsten Tag kann man sich daher dementsprechend vorstellen ;)
Als ich dann in Arica angekommen bin hab ich mich gleich von Beginn an wohlgefuehlt. Arica hat eine extrem angenehme Atmosphaere, die Leute sind ein Wahnsinn (Autos stoppen sogar wenn man ueber die Strasse geht!!!) und das Hostel in dem ich gelandet bin ist einfach super!!
Am naechsten Tag hab ich mich gleich einerSchweizerin un einer Deutschen angeschlossen und wir sind gemeinsam Kaffeetrinken und shoppen gegangen, bzw haben danach ein collectivo (wie Taxi, nur billiger) zu einem Museum ausserhalb der Stadt genommen. In dem Museum konnte man den Beginn der Indio-Kultur hier in diesem Tal verfolgen und es wurden einige der hier gefundenen Mumien ausgestellt. Diese Mumien wurden wir auch in Aegypten teilweise aufwaendigst praepariert und beerdigt! Den Toten wurde die Organe entnommen, die Haut entfernt, alles Gewebe und Muskeln entnommen und durch Holz und Pflanzenfasern ersetzt und dann die Haut wieder druebergelegt und angemalt. Warum das Gewebe entfernt wurde ist nicht klar, weil andere Mumien, ebenfalls extrem gut erhalten, nur mit Schlamm eingewickelt und somit konserviert wurden. Wie auch immer, hat mir jedenfalls echt getaugt ein wenig mehr ueber die Ureinwohner von hier zu erfahren. Weiter gings dann in eine Art Gaertnerei am Strassenrand, mit unglaublich vieen verschiedenen tropischen Pflanzenarten und Fruechten.Wir haben frischgepflueckte Mangos probiert und daraufhin gleich kiloweise mitgenommen!Superbillig und ein Geschmack...mmmmhhhh! :)
Einen Friedhof haben wir auf Anraten unserer Hostelmama auch besucht, viele kleine Haeuschen, alles bunt und lustig, voll schoen! Hier feiert man dass die Toten in den Himmel duerfen, und trauern haelt die Geister auf der Erde und laesst sie nicht in den Himmel, also versucht man einfach nicht zu trauern. Ich finde das einen sehr schoenen Gedanken. Und grad als wir dort waren gabs auch gleich 2 Begraebnisse.
Wir sind aber nicht lange geblieben weil wir noch zu einem "Santuario del colibri" wollten. Das ist im grossen und ganzen eine kleine Hippie-Farm, die von einer unglaublich netten Frau gemanaged wird. Maria-Teresa hat uns durch ihren Garten Eden gefuehrt, ein Gewirr von den verschiedensten Baeumen und Straeuchern, wo zwischendurch mal ein Kolibri, Gaense, ein Llama oder Froesche hervorgeguckt haben! Wir wurden dann noch mit Maracuja und Guave bedient und durften uns in ihrem Gaestebuch verewigen :)
Vollbepackt mit unseren Mangos haben wir dann auf ein collectivo zurueck gewartet, und da kein freies vorbeikam wurden wir nach einer Weile, als es schon finster wurde, von einem extrem netten Paerchen per Anhalter mitgenommen und haben den Abend im Hostel bei gutem Essen und Wein ausklingen lassen!
Heut ist wieder ein absolut fauler Tag, bald gehen wir an den Strand und dann zum Hafen, wo wir uns die Baeuche mit leckerem Fisch vollschlagen werden :)
Morgen oder uebermorgen werd ich dann mit der Schweizerin, Manuela, und einem Belgier nach Putre weiterfahren. Das ist ein Nationalpark an der Grenze zu Bolivien bzw Peru, liegt auf etwa 3500m und hat wunderschoene Wanderstrecken wenn man den Reisefuehrern Glauben schenken darf :) Mal schaun!
Besitos nach Hause

Montag, 9. April 2012

San Pedro de Atacama

Die letzten Tage hab ich jetzt hier in San Pedro de Atacama verbracht, ein absoluter Wahnsinn!!!
Nachdem ich Ben und Damon ein weiteres Mal in La Serena eingeholt hab sind wir gemeinsam in den naechsten Nachtbus gestiegen und weiter nach San Pedro gefahren. Zwei Nachtbusse hintereinander waren gar nicht so schlimm wie ich gedacht hab, gottseidank konnt ich dazwischen kurz duschen, sonst waers unangenehmer gewesen... Von La Serena hab ich nicht viel ausser der Stadt selbst gesehen, da ich ja nur einen halben Tag dort war, aber ich hab beschlossen einfach nicht alles sehen zu koennen.
Als wir dann endlich in San Pedro angekommen sind haben wir erstmal das Hostel gesucht...Strassenschilder werden hier als Luxus angesehen, ich denke die Einheimischen finden es viel lustiger all die Backpacker herumirren zu lassen ;) aber iwann haben wir dann doch ins Hostel gefunden. Leider bin ich den ersten Tag komplett flach gelegen, Durchfall und Fieber haben sich durchgesetzt. Aber gottseidank gibts Antibiotika :)
Den naechsten Tag haben wirs auch sehr ruhig angehen lassen, obwohl es unzaehlige Moeglichkeiten an Aktivitaeten gibt!! Die Hauptstrasse besteht mehr oder weniger aus Reiseagenturen, die Trips aller Art rund um San Pedro organisieren und aus Restaurants, Bars und Cafes. Und trotz all dieses touristischen Charakters hat mir San Pedro gefallen. Keine asphaltierten Strassen, nur staubige, holprige Wege, durch die kaum 2 Autos auf einmal durchpassen. Die Atacamawueste ist -zumindest werben sie hier damit, ich habs nicht nachgeprueft- die trockenste Wueste auf unserem Planeten, weils halt auch gscheit weit oben ist. Wir sind hier auf 2500Meter, da ist die Sonne und der Wind schon recht stark! (50er-Sonnencreme unbedingt noetig!)
Also, der erste Ausflug den wir gemacht haben war ins Valle de la Luna, also ins Tal des Mondes/Mondtal. Weiss nicht was sich komischer anhoert.. Der Name kommt wie man sich denken kann von der Landschaft. Felsige, sandige, salzige Taeler, ein Augenschmaus!!! Wir sind auch bei einigen speziellen Formationen vorbeigefahren, die Tres Marias zum Beispiel. Den Sonnenuntergang haben wir dann vom Valle de la Muerte, also dem Tal des Todes aus bewundert. Es war ein Wahnsinn!!! Ich bin jetzt noch dabei all die Eindruecke zu verarbeiten :)
Den naechsten Tag haben wir auch ruhig angehen lassen, bissi in der Sonne faulenzen...mmmmhhhh :D Am Nachmittag sind wir dann wieder ausgerueckt, diesmal zu einer salzigen Lagune, Laguna Cejar. Und das ist echt supercool!! Das Wasser hat einen extrem hohen Salzgehalt, und man treibt an der Oberflaeche dahin, so lustig, eine witzige Gschicht, hat mir voll taugt!! :D Mit den Bergen im Hintergrund und rundherum nur Wueste... Wenn das ganze Salz dann auf der Haut trocknet bleibt eine wirklich dicke Schicht Salz ueber, ich war echt erstaunt wieviel Salz ich gesammelt hab :) Aber wir sind dann weiter zu den "Augen", zwei recht tiefe (ca.100m) Wasserloecher direkt nebeneinander, und wir konnten dort von ca.4m Hoehe reinspringen! Ich war die erste von unserer Gruppe die sich getraut hat, und ich habs nicht bereut, bin gleich nochmal gesprungen ;)) Den Sonnenuntergang haben wir dann an einem Salzsee verbracht, und haben sogar Pisco Sour, ein "Nationalgetraenk" von Chile und Peru, dazu serviert bekommen...unglaublich schoen!! Ein absolut genialer Tag!! Am Abend sind wir dann noch im Hostel bei einem Lagerfeuer zusammengesessen und haben gemeinsam mit einem Australier, einer Mexikanerin, einem Chilenen und 3 Maedels aus Canada gegessen und auf den Tag angestossen :))
Am Ostersonntag sind wir schon ganz schoen frueh auf und sind zu fuenft in die Wildnis geradelt. Eigentlich hab ich gedacht mich erwartet ein halbwegs normaler Radweg...oder zumindest ein Weg..nix da!! Mitten ueber Stock und Stein und was noch viel lustiger war, durch einen Fluss! Wir mussten diesen Fluss mehrfach ueberqueren und die "Strasse" ging halt mittenquerdurch. Die Jeeps habe das natuerlich locker geschafft, es war ja nicht tief, aber mit dem Rad geht das halt nicht so gut ;) Am Anfang hab ich mir noch die Muehe gemacht die Schuhe auszuziehen und Barfuss durchzuwaten, aber als ich dann voll im nassen Sand eingesunken bin wars egal und ich bin einfach mit meinen Schuhen durchspaziert :) Ein etwas anderer Radausflug als ich gedacht hab, ich bin nicht wie erwartet die meiste Zeit am Rad gesessen, sondern hab das Rad durch die Flusspassagen getragen, oder durch Sandberge geschoben :) Aber gottseidank sind wir auch zu einer echt coolen Festung der andinen Bewohner vor der Eroberung durch die Spanier gekommen und sind dort ein wenig herumgekraxelt. Alles in allem hat sichs ausgezahlt, obwohl ich am Anfang etwas verzagt war als ich die ersten Flusspassagen hinter mir hatte..
Als wir dann vollkommen verdreckt zurueckgekommen sind haben wir auf meinen Wunsch hin die oesterreichischen Traditionen des Ostersonntags (so gut wie moeglich) nachgestellt. Lustigerweise hat keiner von den Leuten die ich getroffen hab je etwas von Eierpecken gehoert!! Ich konnts kaum glauben, aber ich war wirklich die einzige die so lustige Sachen am Ostersonntag macht! ;) Also hab ich 8 Eier gekauft, gekocht und jeder dufte sein Ei anmalen. Dann wurden alle Eier im Garten versteckt und wir durften alle suchen :) Und zur Kroenung dieses oesterreichischen nachmittags wurde fleissig gepeckt :D Ben hat die competition gewonnen ;)
Am Abend dann sind wir noch alle gut essen gegangen und haben wieder mit Pisco Sour angestossen dass es uns so gut geht und dann haben wir uns zu einem ganz besonderen Erlebnis aufgemacht. Die Teleskope in der Atacama-Wueste! Gottseidank konnten wir das uebergaupt machen, die letzten Tage wars naemlich gesperrt, weil man mit Vollmond nix sieht. Der Ostersonntag war der erste Tag an dem sie wieder aufgemacht haben :)
Wir haben mitten im Nirgendwo in der Atacamawueste eine Einfuehrung in die Astronomie bekommen, unser Guide, ein echt witziger Canadier, hat uns unzaehlige Sternbilder gezeigt, uns ueber die Entfernungen, Konstellationen und uns ueber generell Sterne, Planeten etc informiert. Soviel Info auf einmal war ueberwaeltigend und superinteressant!!! Und dann durften wir an die Teleskope...:D Es waren ca.10 Teleskope und ein jedes war schon auf eine "Sehenswuerdigkeit" eingestellt, man hat also nicht mehr suchen muessen sondern konnt einfach durchgucken und den Anblick geniessen!! Unter anderem hab ich Mars, Saturn (soooo cool mit den Ringen!!! man konnt das wirklich sehen!!!!), Sirius (hellste Stern), Sterncluster, eine Ansammlung von "bunten" Sterne, genannt Schmuckkaestchen, und einige mehr gesehen. Ein absoluter Wahnsinn!!! Der Abend wurde dann mit Tee und Kakao abgerundet und wir sind alle superhappy zurueckgefahren...
Heut morgen sind Ben und Damon weiter nach Bolivien gefahren. Ich hab kurz ueberlegt das auch zu machen, aber ich moechte erst noch weiter in den Norden von Chile, heut gehts nach Iquique. Schon traurig dass man dann wieder getrennte Wege geht. Das (und das Rucksackschleppen) sind die einzigen Sachen die mir am Reisen nicht gefallen.. Aber gut, vielleicht sieht man sich in einem anderen Teil der Welt wieder.. :)

Dienstag, 3. April 2012

Valparaiso

Ausruhen und nix-tun, das war die Hauptbeschaeftigung der letzten Woche in Valparaiso ;)
Da die letzten Ausfluege in Punta Arenas doch recht intensiv und kraefteraubend waren hab ich mir den Urlaub vom Urlaub in Valparaiso redlich verdient :)
In Santiago haben wir (Ben, Damon und ich) uns nur eine Nacht aufgehalten und uns gleich am Tag darauf nach Valparaiso aufgemacht. Valpo ist nur etwa 2h von Santiago entfernt, an der Kueste, und man glaubt kaum wie unterschiedlich die zwei Staedte sind! Santiago war herausgeputzt, sonnig warm, unglaublich viele Leute (gerade nach Patagonien ein Schock fuer mich..) und Valparaiso war auf den ersten Blick nicht unbedingt die Stadt in der ich mich wohl fuehlen koennte. Es gibt hier soviele streunende Hunde und auch viele arme Leute, man wird oft von dem einen oder anderen um Geld oder Essen angesprochen. Jedoch muss ich sagen, die Stadt hat definitiv Charakter und der Wohlfuehl-Pegel ist taeglich gestiegen :) Valparaiso ist sehr alt mit wunderschoenen, bunten, aber schon teils verwitterten Haeusern, es besteht praktisch aus lauter Huegeln, das herumwandern ist dementsprechend mit vielen auf und abs verbunden :) Da die Stadt am Meer liegt sind Fisch und Meeresfruechte auf vielen Speisekarten zu finden und sogar ich hab mich ueberreden lassen ein wenig herumzuprobieren. Ein sehr typisches Fischgericht hier (aber auch in Peru und anderen suedamerikanischen Laendern) ist Ceviche, eine Mischung aus rohem Fisch, der in viel Zitronensaft eingelegt wird-somit spart man sich das kochen- und mit Zwiebel und Koriander serviert wird. Echt lecker! Ich war echt ueberrascht dass mir das geschmeckt hat :) Ansonsten gibts halt jede Menge gegrillten Fisch, Fischsuppe, und alles moegliche andere Meeresgetier (das hab ich dann doch sein lassen ;) ). Ausserdem findet man hier eine enorme Anzahl an Baeckereien, die wunderbare Torten fabrizieren, und guten Kaffee! Jipppiiiiieee :D
Natuerlich sind wir nicht nur in Cafes und Restaurants gesessen und haben uns die Baeuche vollgeschlagen, sondern haben auch die Stadt erkundet. So sind wir Huegel fuer Huegel abgewandert, waren im Pablo Neruda-Haus (bekannter suedamerikanischer Poet) und haben Schmuck geshoppt (Lapisalzuli und Silber sind hier hoch im Kurs). Aber ich muss zugeben, viel sightseeing haben wir wahrlich nicht gemacht..
Ein paar Naechte haben wir auch in Bars und Clubs verbracht, wobei wir eine Chilenin aus Viña del Mar (Nachbarstadt von Valparaiso-15min entfernt) kennengelernt haben, Francisca, die uns doch glatt die naechsten Tage in Viña herumgefuehrt und uns zu einem wirklich coolen Open-air Konzert mitgenommen hat!! Das Konzert war auf einem der Huegel und es waren, bis auf uns, nur Chilenen dort! Echt der Wahnsinn, eine wunderschoene Kulisse und ein gutes Konzert mit irre leckerem Essen-was will man mehr??!!! Und ich glaube, das ist das was ich von Valparaiso in Erinnerung behalten werde. Die Atmosphaere dieser Stadt. Einfach super!
Gestern war ich dann noch einen Tag in Santiago, hab mich von den Massen durch die Strassen tragen lassen (sooooooviele Leute, unpackbar) und bis aber dann bald in den nahegelegenen Park geflohen und eine Stunde zu einer Marienstatue gewandert. Von dort hatte ich einen atemberaubenden Ausblick ueber die Stadt, mit den Bergen im Hintergrund. Leider verschwindet sowohl Santiago als auch Valparaiso und Viña in einer Wolke aus Smog, das ist schade, aber nichtsdestotrotz wars ein wunderschoener Tag!
Heut Nacht gehts weiter nach La Serena, wo ich die zwei Jungs wieder einhole und wir gemeinsam den naechsten Nachtbus nach San Pedro de Atacama nehmen...also 2 Nachtbusse hintereinander, das wird anstrengend, aber gut, ich bin wirklich gut erholt und schaffe das :)
Ich wuensche allen eine schoene Karwoche und frohe Ostern!
Besitos

Montag, 26. März 2012

Punta Arenas- am Ende der Welt..





Ich bin vor einigen Tagen am suedlichsten Punkt meiner Reise angekommen, in Punta Arenas, Chile. Ich habe Argentinien also bereits hinter mir gelassen und der erste Monat ist beinahe um, arg wie die Zeit laeuft..aber jetzt nur nicht melancholisch werden, es gibt viel zu erzaehlen!!
Als ich in Punta Arenas nach einer weiteren ungemuetlichen Busfahrt ueber die Grenzen von Argentinien un Chile Donnerstag Abend angekommen bin war ich erstmal total ueberrascht..in den Reiseberichten hatte ich von einem netten, huebschen Staedchen gelesen, aber da, wie ich spaeter erfahren hab, eine Woche zuvor eine Ueberschwemmung die ganze Stadt lahmgelegt hatte, koennt ihr euch ja vorstellen wies ausgeschaut hat..alles unter Schlamm und Matsch begraben, fast alle Geschaefte geschlossen etc... Auch das Klima und alles drumherum war so wie ich mir das Ende der Welt vorgestellt hab..rauh und karg, unsagbar viel Wind, Schafherden, Guanakos (Lama-Verwandte), hier und da eine Estancia, also insgesamt wenig einladend und freundlich. Aber am naechsten Tag hab ich mich gleich informiert was man so machen kann und ich wurde mit Vorschlaegen ueberhaueft :) Schlussendlich hab ich mich fuer die Magellan-Pinguine, einen Ausflug in die Tierra del Fuego (Feuerland) und einen Tagestrip nach Torres del Paine (Bergsteiger-Mekka) entschieden! Von diesen 3 Tagen waren aber trotzdem die Pinguine am coolsten :D Wir sind am Nachmittag mit einem kleinen Boot etwa 2h zur Isla Magdalena gefahren und haben dabei die Magellanstrasse ueberquert!!! Das ist schon ein irre tolles Gefuehl wenn man da in einem kleinen Boot auf einer der wichtigsten Handelsstrassen im 19.Jhd, also der Verbindung zw.Atlantik und Pazifik herumschippert :) Beim hinfahren hats auch gscheit gewackelt und da mir Boote im allgemeinen nicht so geheuer sind war ich auch dementsprechend gruen im Gesicht. Aber als ich dann die Pinguinkolonie gesehen hab wars um mich geschehen...die Pinguine sind nicht groesser als vielleicht 50cm und sehen so niedlich aus, dass man sich gleich einen fuer zuhause mitnehmen moechte!! Vor allem wie sie da vor sich hin watscheln ist einfach unglaublich herzig! Uns wurde gesagt dass die Kolonie normalerweise, also im Sommer, viel groesser sei, und dass jetzt wegen dem bevorstehenden Wintereinbruch schon viele nach Norden gewandert sind. Trotzdem sind noch etwa 30000 Pinguine auf der Insel gewesen, im Sommer muessen die ja fast uebereinandergelegen haben, weil so gross war die Insel dann doch auch nicht.. Jedenfalls war der Ausflug echt super und ich hab mich voll gefreut dass ich Pinguine sehen konnte, das war einer der Hauptgruende warum ich so weit in den Sueden runter wollte! :)
Den naechsten Tag bin ich dann aber wirklich auf die Insel "Tierra del Fuego" gefahren, also ich kann jetzt offiziell behaupten auf Feuerland gewesen zu sein! Die Insel ist in den chilenischen und argentinischen Teil gegliedert und ich hab jetzt auch endlich kapiert warum es soviele Streitereien um dieses Stueck Land gibt; es ist reich an Erdoel und Erdgas, also sehr wertvoll sowohl fuer Argentinien als auch fuer Chile. Immer wieder ragen Bohrtuerme aus dem Boden und verschandeln das Landschaftsbild..aber es gibt trotzdem noch genug unberuehrte Natur und auch an diesem Tag hab ich Pinguine gesehen!! Diesmal eine kleine Kolonie von Koenigspinguinen, die aber unter Beobachtung stehen weils nur mehr ganz wenige von denen gibt! Faszinierend und so suess, ich hab mich echt in die Tiere hier verliebt :) Abgesehen von den Pinguinen laufen aber andauernd Guanakos und Nandus ganz ungeniert vorbei oder blockieren die Strasse und lassen sich durch nichts und niemanden stoeren :) Recht haben sie :) Ein wirklich wunderschoener Tag und die Tierra del Fuego ist wirklich was ganz spezielles!
Gestern dann bin ich noch in den Nationalpark Torres del Paine gefahren, wie schon erwaehnt, ein Mekka fuer Bergsteiger und Wanderer! Ich hab ja auch kurz ueberlegt eine mehrtaegige Tour dort zu machen, aber ich muss ganz ehrlich sagen, so hart im nehmen bin ich einfach nicht. Wenn man sich vorstellt man geht da den beruehmtesten Weg, das "W", dann ist man sicher 4-5 Tage unterwegs. Man muss auch alles selbst schleppen, von Zelt, Schlafsack, Isomatte, Gaskocher, Essen, etc.pp. Und dann kommt man nach einem 8h-Wandertag muede und fertig zur naechsten Raststaette und darf in ein Zelt(!) kriechen, vielleicht ists auch noch kalt und es gibt kein fliessend Wasser, es sei denn man badet im Fluss....hmmm...das war mir dann doch zuviel Abenteuer auf einmal! Deshalb hab ich dann die Option Tagesausflug gewaehlt ;) weitaus bequemer, wenn auch natuerlich wenig wandern dabei war, aber schoen wars trotzdem :) Auch dort gibts wunderschoene Gletscher, Lagunen, einen Haufen Guanakos, und wunderschoene Berge!! Lust kriegt man da schon auf eine mehrtaegige Wanderung, aber das kommt das naechste Mal!
Tja, und heute werd ich weiter nach Santiago fliegen und Ben und Damon, die 2 Neuseelaender die ich in Bariloche kennengelernt hab, wieder treffen! Freu mich schon auf die 2 und auch aufs waermere Wetter!! :))
Und DANKE fuer all die coolen mails die ich bis jetzt schon bekommen hab, das freut mich total!! Ich bemueh mich auch regelmaessig zurueckzuschreiben :)
Besitos vom Ende der Welt